04. 01. 2026
Obwohl der Tross des SC Rist Wedel am Sonnabend schon um 13.15 Uhr in Hamburg mit zwei Kleinbussen losgefahren war, erreichte er erst gegen 18.30 Uhr sein gut 300 Kilometer entferntes Ziel am nordöstlichen Berliner Stadtrand. Das Gastspiel beim SSV Lokomotive Bernau begann deshalb um 19.15 Uhr und somit eine Viertelstunde später, als geplant. „Wir hatten eine beschwerliche Anreise, mit viel Schnee und Schneesturm“, berichtete Hamed Attarbashi. Der Rister Trainer wollte dies aber „keinesfalls als Entschuldigung“ anführen dafür, dass die erste Partie des neuen Jahres in der 2. Bundesliga ProB mit 75:94 (40:53) verloren ging.
Stattdessen lobte Attarbashi den Gegner: „Die Bernauer haben sehr, sehr gut getroffen, vor allem bei ihren Dreierwürfen – und sie haben auch wirklich schwere Bälle versenkt, das erkennen wir neidlos an.“ Sein Team, das fügte der Coach hinzu, habe „keinesfalls schlecht“ agiert: „Phasenweise haben wir gut gespielt und einem starken Gegner ordentlich Paroli geboten.“ Dies galt vor allem für das erste Viertel, in dem die Wedeler mehrmals knapp führten. Ein 28:28 (12. Minute) war dann allerdings der letzte ausgeglichene Spielstand – im weiteren Verlauf des zweiten Durchgangs zogen die Hausherren davon.
Angefeuert von 1.621 Zuschauern in der Sparkassen-Arena, die über 2.178 Plätze verfügt, lag das Lok-Team beim 48:37 (17.) erstmals zweistellig in Front. „Die Bernauer haben gezeigt, warum sie Tabellen-Zweiter sind“, lobte Attarbashi die Brandenburger, die zudem „in Bestbesetzung antreten und viel durchwechseln konnten“. Tatsächlich standen neben den Doppellizenzspielern Nevio Bennefeld (fünf Bundesliga-Einsätze für ALBA Berlin in dieser Saison) und Anton Nufer (zwölf Bundesliga-Spiele, davon vier in dieser Saison) auch Anton Kemmer (ein Bundesliga-Spiel) sowie Mathéo Hermann und Richard Schmitt, die regelmäßig beim Bernauer Kooperationspartner ALBA Berlin mittrainieren, im Lok-Kader.
Auf der Gegenseite schwang sich mit Janne Müller einer der Wedeler Doppellizenzspieler erstmals zum besten Punktesammler seines Teams auf. Attarbashi lobte aber nicht nur den 19-Jährigen, sondern generell „alle unsere jungen Akteure im Kader, die wieder viel Spielzeit bekommen haben“. Die von Darren Egbe endete fünf Minuten vor Ultimo, als er nach seinem fünften Foul auf der Bank Platz nehmen musste. „Das war der hohen Intensität geschuldet“, so Attarbashi, der erfreut sah, dass sein Team auch nach zwei 19-Punkte-Rückstanden keinesfalls aufgab: Von 42:61 (24.) kämpften sich die Wedeler noch einmal auf 53:65 (29.) heran und von (54:73/31.) auf 68:81 (36.).
Die Aufholjagden der Gäste wurden jeweils gestoppt, weil die Bernauer mehrere Dreier-Treffer hintereinander erzielten. Insgesamt versenkten sie elf ihrer 27 Fernwürfe (41 Prozent), während die Grün-Gelben hierbei lediglich eine 23-Prozent-Quote – sechs von 26 – vorweisen konnten. Da nützte es auch nichts, dass die Rister mit 21 von 30 versenkten Freiwürfen in dieser Disziplin zielsicherer als die Bernauer (15 von 24) und bei den Rebounds auf Augenhöhe mit dem Tabellen-Zweiten agierten: 37 abprallende Bälle landeten bei den Gästen, 39 beim Heim-Team.
Nicht nur wegen dieser Zahlen, sondern vor allem aufgrund des Auftretens seiner Schützlinge nach der 13-tägigen Spielpause nahm Attarbashi „viele positive Aspekte“ mit: „Wir haben uns gegen die sehr aggressive Verteidigung der Bernauer gut bewegt und eine hohe Intensität an den Tag gelegt, die wir auch in den kommenden Spielen zeigen wollen.“ Ihre nächsten beiden Partien absolvieren die Rister am heimischen Steinberg, was ihnen eine einfachere Anfahrt und bessere Spielvorbereitung ermöglichen sollte – unabhängig von den zukünftigen Witterungsverhältnissen.
Punkte: Müller (13), Hoffmann (12), Krause (12), Rosebush (10), Alegbe (9), Postic (7), Darren Egbe (5), Martin (5), Bjarkason (2), Sigmund.
Viertel-Ergebnisse: 28:24, 25:16, 18:14, 23:21.
Das erste Heimspiel des Jahre folgt am 10. Janauar um 19:00 Uhr in der Steinberghalle! Wir hoffen, dass unsere Fans auch im neuen Jahr zahlreich in die Halle kommen, um die Jungs zu unterstützen! Seid dabei! Wir zählen auf euch!
Text: Johannes Speckner, Foto: S. Schurr (Auf dem Foto as Team in Bernau)