Viele Würfe, kaum Ertrag: Niederlage gegen Rostock

18. 01. 2026

Es war eine Szene, die sinnbildlich für das Wurf-Pech des SC Rist Wedel stand. Als noch 40 Sekunden auf der Uhr waren, blieb der Ball bei einem Dreierwurf von Nelson Martin zwischen Korbumrandung und Brett hängen – was wirklich nicht oft vorkommt. Anstatt auf 81:83 heranzukommen, blieben die Wedeler weiter mit 78:83 im Hintertreffen. Am Ende verloren sie mit einem 78:84 (46:45) gegen die Rostock Seawolves Academy auch ihr zweites Spiel im Jahr 2026 in der 2. Bundesliga ProB.

Eine Woche nach der schneebedingten Hallensperrung durch die Stadt Wedel und der Absage der Partie gegen den TSV Neustadt Temps Shooters war in der Steinberghalle angerichtet zum ersten Heimspiel des SC Rist im neuen Jahr. In diesem freuten sich die Gelb-Grünen über die Unterstützung von zahlreichen Nachwuchstrommlern und darüber, dass der erste Dreierwurf von Lincoln Rosebush im Korb landete, was nach 38 Sekunden eine 3:2-Führung gegen die zweite Mannschaft des Bundesligisten Rostock Seawolves ergab.

In der Folge häuften sich allerdings die Fehlwürfe. Der Rister Co-Trainer Marian Schick nannte es „verrückt“, dass sein Team aus dem Spiel heraus mit 86 Würfen den gegnerischen Korb deutlich häufiger anvisierte als die Rostocker (53), aber nur 21 von 47 Zweierwürfen (45 Prozent) und acht von 39 Dreierwürfen (21 Prozent) im Korb landeten. „Wir müssten dann eben auch mal treffen“, sagte Schick gequält lächelnd. Dies taten die Gäste umso besser. Angeführt vom US-Amerikaner Jalen Page (29 Punkte), zappelten 58 Prozent ihrer 31 Würfe aus der Nahdistanz und exakt die Hälfte ihrer 22 Dreierwürfe im Netz.

„Die Rostocker haben wirklich gut getroffen und auch viele schwierigen Würfe versenkt – dagegen haben wir viel zu viel verworfen“, stellte Rist-Coach Hamed Attarbashi fest. Dabei habe sein Team „natürlich auch Pech gehabt“, befand der 49-Jährige. „Aber“, so der erfahrene Trainer weiter, „wir haben unter dem Korb die Mehrzahl der Rebounds erobert, sprich zweite Wurfchancen bekommen – und spätestens die hätten wir dann mit mehr Entschlossenheit nutzen müssen.“

Dass sie es können, zeigten die Wedeler im zweiten Viertel, in dem sie offensiv wie defensiv ihre beste Phase hatten. Waren die Rostocker im ersten Abschnitt noch zu 29 Punkten gekommen (Attarbashi: „Das war für unsere Verhältnisse wirklich viel, weil wir sonst oft eine gute Abwehr stellen.“), konnten die Wedeler die Ausbeute des Gegners mit einer konzentrierten Deckungsleistung im zweiten Durchgang fast halbieren (16). Der Lohn dafür war ein hauchzarter 46:45-Vorsprung zur Pause.

Auch zu Beginn des dritten Viertels lagen die Grün-Gelben knapp in Front, ehe nach einem 55:55 (25. Minute) wieder die Gäste die Führung übernahmen. Ein Unentschieden gibt es im Basketball nicht, aber wäre es dieses Mal vielleicht das gerechte Ergebnis gewesen? „Beide Teams waren weitestgehend auf Augenhöhe“, so Attarbashi, der aber einräumte: „Gerade am Ende haben die Rostocker getroffen, was auch ein Zeichen von Qualität ist, die wir dieses Mal leider nicht hatten.“ Dass Linus Hoffmann und Aleksandar Postic, die eigentlich „gute Schützen“ seien, so Attarbashi, zusammen bei elf Versuchen lediglich einen Dreierwurf versenkten, nannte der Trainer „bezeichnend für unsere schlechte Ausbeute“.

Neuzugang Josh Behrendt stand zwar im Kader, wurde aber noch nicht eingesetzt. Dies begründete Attarbashi damit, dass der 18-Jährige „erst zweimal bei uns mittrainiert hat“. Der Flügelspieler solle nun bei den 2. Herren des Kooperationspartners Veolia Towers Hamburg „in der 2. Regionalliga Spielpraxis sammeln“. Aus dem Spielrhythmus kamen durch die besagte Absage der Partie gegen Neustadt alle Rister Korbjäger. „Dass die Hallen gesperrt waren und vier Tage lang nicht trainieren konnten, hat uns natürlich nicht gut getan“, so Attarbashi, der hofft, seine Schützlinge nun „mit einer guten Trainingswoche“ auf das Derby bei den Itzehoe Eagles vorbereiten zu können.

Punkte: Rosebush (16), Martin (15), Krause (12), Hoffmann (8), Bjarkason (7), Darren Egbe (6), Fatnassi (6), Danny Egbe (3), Postic (3), Alegbe (2), Behrendt.
Viertel-Ergebnisse: 22:29, 24:16, 11:17, 21:22.

Bericht: Johannes Speckner Foto: (c) Manningeaux (Auf dem Foto: Nelson Martin)