26. 01. 2026
Das, was am Freitagabend durch das 0:0-Unentschieden am Millerntor weder dem FC St. Pauli noch dem Hamburger SV vergönnt war, konnten zwei Tage später die Basketballer des SC Rist Wedel: Einen Derby-Sieg bejubeln. Am Sonntag gewannen die Wedeler in der 2. Bundesliga ProB bei ihrem Landes-Rivalen Itzehoe Eagles mit 96:83 (58:44). „Gegen Itzehoe zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes“, freute sich Rist-Trainer Hamed Attarbashi.
In der Halle des Sportzentrums Lehmwohld kamen die Wedeler gut in die Partie hinein. „Wir waren von Beginn an hellwach und präsent“, lobte Attarbashi. Die ersten vier Punkte erzielten zwar die Hausherren, doch den daraus resultierenden 0:4-Rückstand drehten die Rister zügig zu einer 5:4-Führung (3. Minute) – und nach vier Zeigerumdrehungen stand ein 11:6 für die Gäste auf der Anzeigetafel. Al-Fayed Alegbe steuerte dazu gleich zwei Dreier bei, Kapitän Linus Hoffmann traf einmal aus der Distanz. Und Attarbashi sagte in Erinnerung an die in den vorherigen Spielen oft schlechte Trefferquote: „Natürlich war es wichtig, dass unsere Würfe dieses Mal gefallen sind.“
Das erste Viertel entschieden die Wedeler mit 33:19 deutlich für sich. Mit diesem 14-Punkte-Vorsprung gingen sie auch in die Halbzeitpause – allerdings auch mit Sorgen um Lincoln Rosebush. Der Kanadier verletzte sich, als ihn ein Itzehoer bei einem Zusammenprall im Gesicht traf (Attarbashi: „Das war keine Absicht von seinem Gegenspieler.“), an der Nase und musste ins Krankenhaus Itzehoe gebracht werden. „Wir hoffen, dass Lincolns Nase nicht gebrochen ist“, sagte Attarbashi, dessen personelle Not sich noch vergrößerte, weil Tomas Bjarkason und Hoffmann im dritten Viertel für ihr viertes Foul verwarnt wurden, woraufhin sie zunächst einmal auf der Bank Platz nahmen.
In dieser Phase kam Aleksandar Postic erstmals als Centerspieler zum Zug und Neuzugang Josh Behrendt zu seinem Debüt für den SC Rist. „Er hat noch nicht allzu oft bei uns mittrainiert, aber alles für die Mannschaft gegeben“, lobte Attarbashi den 18-Jährigen, der nach seinem Ausscheiden bei den MHP Riesen Ludwigsburg Mitte Januar zum SC Rist und dessen Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg gewechselt war. Gute sechs Minuten stand der 18-Jährige in Itzehoe auf dem Parkett, während die Hausherren zur Aufholjagd bliesen. „Die Eagles haben einfach auch gute Spieler“, sagte Rist-Co-Trainer Marian Schick mit Blick auf die Qualität des Gegners, der sich mit einem 8:0-Lauf bis zum Ende des dritten Abschnitts auf 64:70 herangekämpft hatte.
Beim 72:72 (32. Minute) gelang den „Adlern“ sogar einmal der Ausgleich. Attarbashi beorderte in der Folge wieder Bjarkason und Hoffmann aufs Feld. „Dadurch haben wir uns stabilisiert“, atmete der Coach durch. Mit einer „grandiosen Teamleistung“ verhinderten die Wedeler es in der Folge, dass die Itzehoer die Partie drehen, und feierten einen „am Ende relativ klaren Sieg“, so die Ausdrucksweise von Attarbashi. Der Erfolg gegen den Tabellen-Dritten Itzehoe war umso beeindruckender, weil Importspieler Rosebush aufgrund seiner Verletzung nicht einmal acht Minuten mitspielte, während Darren Egbe (neun Minuten) sowie Jayden Fatnassi (13) die vorherige NBBL-Partie mit der U18 der Towers in den Knochen steckte.
Und Janne Müller war erst um 5 Uhr morgens vom Bundesliga-Spiel der Veolia Towers in Frankfurt wieder in Hamburg eingetroffen, um dann in Itzehoe beachtliche 16 Punkte zum Sieg beizusteuern und von Attarbashi gelobt zu werden: „Er kommt immer besser bei uns zurecht.“
Und Janne Müller war erst um 5 Uhr morgens vom Bundesliga-Spiel der Veolia Towers in Frankfurt wieder in Hamburg eingetroffen, um dann in Itzehoe beachtliche 16 Punkte zum Sieg beizusteuern und von Attarbashi gelobt zu werden: „Er kommt immer besser bei uns zurecht.“ Nachdem die Wedeler ihre ersten beiden Partien im Jahr 2026 verloren hatten, würden sie sich nun „sehr über den Sieg freuen, zumal wir die Punkte auch dringend gebraucht haben“, sagte Attarbashi: „Es ging rauf und runter – dass wir am Ende gewonnen haben, war auch für die Moral Gold wert.“ Neben den mitgereisten Rister Anhängern („Sie haben uns hervorragend unterstützt.“) lobte Attarbashi auch die „Fans der Eagles, die gegenüber den Gegnern immer sehr fair sind“. Und das war ein weiterer, positiver Unterschied zum Hamburger Fußball-Derby.
Punkte: Krause (19), Alegbe (18), Müller (16), Bjarkason (11), Hoffmann (9), Postic (8), Fatnassi (5), Darren Egbe (4), Martin (4), Rosebush (2), Behrendt, Danny Egbe (n. e.).
Viertel-Ergebnisse: 19:33, 25:25, 20:12, 19:26.
Am kommenden Sonntag, den 1.2., empfangen wir um 17:00 Uhr die ETBH Miners aus Essen. Gegen den Tabellenführer hatten wir im Hinspiel einen grandiosen Sieg eingefahren...
Kommt in die Halle und unterstützt das Team! Die Jungs wollen den nächsten Sieg! Der Klassenerhalt ist noch nicht gesichert...
Text: Johannes Speckner, Fotos: (c) Manningeaux (Titelfoto: BWH)
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