12. 02. 2026
Wer in den Geschichtsbüchern etwas weiter zurückblättert, wird fündig: Von 2009 bis 2016 duellierten sich die Hertener Löwen sieben Spielzeiten in Folge mit dem SC Rist Wedel. Am Sonntag, 15. Februar, ist es wieder soweit: Erstmals seit dem 23. Januar 2016 und somit nach mehr als zehn Jahren Pause sind die Westfalen wieder in der Steinberghalle zu Gast. Um 17 Uhr wird der Tip-Off erfolgen und die Partie ist eingebettet in den Jugendtag des SC Rist.
Bei dieser einmal im Jahr stattfindenden Veranstaltung präsentieren sich alle Nachwuchs-Teams des Vereins mit ihren Trainern in der Halbzeitpause des ProB-Spiels den Zuschauern. Davor und danach feuern die kleinen Korbjäger die Herren-Spieler an, wobei die Farben Gelb und Grün auf der Tribüne dominieren werden. Für das leibliche Wohl wird an der Cafeteria gesorgt, die Stadtsparkasse Wedel kommt mit einem Popcorn-Stand – und alle Mitglieder der Jugend-Mannschaften, von der U8 bis zur U18, haben freien Eintritt.
Auch ihnen zuliebe soll die Heim-Bilanz aufpoliert werden: „Es tut mir wirklich leid für unsere Fans, dass wir in dieser Saison bisher zuhause häufiger verloren als gewonnen haben“, sagte Rist-Trainer Hamed Attarbashi mit Blick auf die Heimbilanz, die seit dem am 1. Februar bezogenen 63:84 gegen den Spitzenreiter ETB Miners mit fünf Niederlagen bei vier Siegen negativ ist. „Dafür gibt es keine logische Erklärung – außer der, dass unsere junge Mannschaft nun einmal Leistungsschwankungen unterliegt“, sagte Attarbashi.
Für die fehlende Konstanz während einer Partie dient das Hinspiel in Herten wie keine zweite Begegnung als Beispiel. Nach einem schlechten Start (9:18 nach dem ersten Viertel) drehten die Wedeler das Ergebnis, gestützt auf einen 9:0-Lauf, zwischenzeitlich zu ihren Gunsten – um am Ende mit einem 58:61 (28:30) die knappste und wohl auch ärgerlichste ihrer bisher zehn Saison-Niederlagen zu kassieren. „In der Schlussphase haben wir uns einige ärgerliche Fehler erlaubt und zu einfache Punkte des Gegners zugelassen“, erinnert sich Attarbashi zurück an den 13. Dezember 2025.
Dies soll nun wettgemacht werden, und zwar mit einem Sieg mit mindestens vier Punkten Vorsprung, um auch den direkten Vergleich gegen die Westfalen zu gewinnen. Dieser könnte, da die Hertener aktuell in der Tabelle vier Punkte mehr aufweisen und die Wedeler noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben – am Mittwoch, 11. März um 20:00 Uhr empfangen sie die TSV Neustadt temps Shooters –, am Saisonende für die Abschlussplatzierung oder sogar die Play-Off-Teilnahme entscheidend sein.
Vor zehn Jahren waren die Hertener und die Wedeler am Saisonende schon einmal punktgleich gewesen. Und weil die Rister seinerzeit den direkten Vergleich verloren hatten, hätten sie und nicht die „Löwen“ aus der 2. Bundesliga ProB absteigen müssen. Einzig der Umstand, dass auch der RSV Eintracht Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf punktgleich war und somit ein Dreiervergleich zum Tragen kam, bedeutete damals die Rister Rettung und den Hertener Abstieg.
Derweil erinnert sich ein langjähriger Wegbegleiter des SC Rist noch gut daran, dass es das erste Duell mit Herten vor genau 40 (!) Jahren in der Saison 1985/1986 gab. Beide Teams waren 1985 aus der Regionalliga Nord beziehungsweise West in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Für Herten spielte Ulrich Diestelhorst, der 1982 Deutschlands „Basketballer des Jahres“ geworden war. Beim Spiel am Steinberg zeigten sich zu Beginn alle fünf Hertener sehr treffsicher. Bei einer Wedeler Auszeit wurde der legendäre Satz „Wer von denen ist denn nun Diestelhorst?“ geprägt. Am Saisonende hielten beide Teams die Klasse, die Hertener standen aber vor dem SC Rist.
Welche Spieler Attarbashi am Sonntag zur Verfügung stehen, entscheidet sich wie immer kurzfristig. Als der Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg am Mittwochabend sein letztes Euro-Cup-Saisonspiel gegen BAXI Manresa mit 94:116 verlor, kamen mit Jared Grey (knapp 18 Minuten), Janne Müller (siebeneinhalb Minuten) und Nelson Martin (94 Sekunden) drei Doppellizenzspieler zum Einsatz. Weiter geht es für die „Türme“ am Sonnabend, 14. Februar, bei Müllers Ex-Club Telekom Baskets Bonn (20 Uhr).
Für das Spiel am Sonntag inklusive Jugendtag ist es ratsam, sich schon im Vorfeld Tickets zu sichern!
Und direkt vor dem ProB-Spiel gibt es noch ein Highlight: um 13:30 Uhr spielt unsere WNBL ihr 1. Playoffspiel gegen das "Junior Team Osnabrück/Artland" – auch hier sind Fans gerne gesehen!
Bericht: Johannes Speckner, Foto: (c) Manningeaux (Auf dem Titelbild: Niklas Krause)
Die letzten Duelle:
13. Dezember 2025: Hertener Löwen – SC Rist Wedel 61:58
23. Januar 2016: Hertener Löwen – SC Rist Wedel 68:94
25. Oktober 2015: SC Rist Wedel – Hertener Löwen 62:88
20. Dezember 2014: Hertener Löwen – SC Rist Wedel 90:79
6. Dezember 2014: SC Rist Wedel – Hertener Löwen 70:82
25. Januar 2014: SC Rist Wedel – Hertener Löwen 96:79
28. September 2013: Hertener Löwen – SC Rist Wedel 77:82
2. März 2013: SC Rist Wedel – Hertener Löwen 76:74
3. Dezember 2012: Hertener Löwen – SC Rist Wedel 100:63
1. Februar 2012: Hertener Löwen – SC Rist Wedel 95:84
19. Oktober 2011: SC Rist Wedel – Hertener Löwen 70:77
23. Januar 2011: SC Rist Wedel – Hertener Löwen 79:92
30. Oktober 2010: Hertener Löwen – SC Rist Wedel 85:76
6. Februar 2010: SC Rist Wedel – Hertener Löwen 82:79
17. Oktober 2009: Hertener Löwen – SC Rist Wedel 92:81