Klarer Außenseiter: es geht zum Spitzenreiter Leverkusen

Im Hinspiel in Wedel gegen die Bayer Giants Leverkusen gelang es fast, die haushohen Favoriten zu besiegen... Nur 1 Punkte fehlte uns im Dezember.

Klarer Außenseiter: es geht zum Spitzenreiter Leverkusen

27. 03. 2025

„Es schmerzt immer noch, denn eigentlich hatten wir das Spiel schon gewonnen.“ Hamed Attarbashi fällt es nach wie vor schwer, die am 22. Dezember 2024 in letzter Sekunde bezogene 63:64 (36:27)-Niederlage gegen die Bayer Giants Leverkusen zu akzeptieren. Sein junges Team habe zwei Tage vor Heiligabend „eine bärenstarke Leistung gezeigt“ und den souveränen Spitzenreiter „mehr als an den Rand einer Niederlage gebracht“, ergänzte Attarbashi vor dem am Sonntag, 30. März, anstehenden Rückspiel.

Ab 16 Uhr geht es rund in der Ostermann-Arena (ehemals Wilhelm-Dopatka-Halle), in der die Leverkusener ihre bisherigen elf Heimspiele in dieser Saison allesamt gewannen. Insgesamt verlor der Titelanwärter erst einmal (66:68 bei den SBB Baskets Wolmirstedt am 15. November 2024) und hat, bei acht Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierten Wolmirstedter, den ersten Platz in der Nord-Gruppe zum Hauptrunden-Abschluss bereits sicher. Dass die „Riesen“ vom Rhein erst 1.517 gegnerische Punkte zuließen, ist ein weiterer Bestwert. „In der ProB gibt es viele gute Mannschaften, aber die Leverkusener sind aktuell das Maß der Dinge“, weiß Attarbashi.

Neben seinem Bayer-Trainerkollegen Michael Koch (59, wurde 1983 als Spieler mit Deutschland Europameister) hat Attarbashi auch von zahlreichen Spielern des Gegners eine hohe Meinung: „Die Leverkusener haben eine sehr erfahrene und eine sehr große Mannschaft.“ Der Name der Bayer Giants ist also Programm – allen voran bei Center Dennis Heinzmann (34), der 2,16 Meter groß ist. Ebenfalls bemerkenswert: Obwohl sich die Rheinländer 2008 aus der 1. Bundesliga zurückgezogen und in der Regionalliga einen Neustart gewagt hatten, sind sie in der ewigen Erstliga-Tabelle noch immer Dritter und mit 14 Titeln Deutschlands Rekordmeister.

Wenngleich der Gegner schier übermächtig erscheint, denkt kein Wedeler daran, die Punkte kampflos herzuschenken. „Wir fühlen uns wohl in der Rolle des Außenseiters und nehmen die Herausforderung gerne an“, sagte Attarbashi auch in der Erinnerung daran, dass in der vergangenen Saison ein 78:73-Sieg beim späteren Hauptrunden-Zweiten Leverkusen gelungen war. Und wie die Bayer Giants, die den Aufstieg in die 2. Bundesliga ProA anpeilen, so haben auch die aktuell siebtplatzierten Wedeler noch ein großes Ziel vor Augen, nämlich die Qualifikation für die Play-Offs, wofür sie mindestens Achter werden müssen.

Die elf Saisonsiege, die der SC Rist aktuell aufweist, genügten dem SSV Lokomotive Bernau und den Rostock Seawolves II am Ende der vergangenen Saison, um ein Play-Off-Ticket zu lösen. Im Frühjahr 2023 erreichte dagegen nur eine von drei Mannschaften, die jeweils elf Siege eingefahren hatten, die Play-Offs. „In dieser Serie ist die Liga besonders eng und ausgeglichen – vermutlich werden zwölf Siege oder sogar 13 vonnöten sein, um in den Play-Offs dabei zu sein“, vermutete Attarbashi. Sein Team empfängt nach dem Auftritt in Leverkusen den Rang-Dritten Gartenzaun24 Baskets Paderborn empfangen, ehe es zum Hauptrunden-Abschluss beim SSV Lokomotive Bernau, einem direkten Rivalen im Kampf um die Play-Off-Teilnahme, gastiert.

Der Spielplan meint es insofern gut mit den Wedelern, als dass ihr Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg am Sonnabend, 29. März, um 20 Uhr bei den Telekom Baskets Bonn um Bundesliga-Punkte kämpft. Da Leverkusen nur 39 Kilometer nördlich von Bonn liegt, könnten die Doppellizenzspieler Fabian Gießmann, Jared Grey und Leif Möller nach einem kurzen Anreiseweg zum Rister Kader stoßen. „Ob sie uns tatsächlich zur Verfügung stehen, erfahren wir aber erst kurzfristig nach dem Towers-Spiel“, betonte Attarbashi, der erneut auf seine Co-Trainerin verzichten muss: Constanze Wegner trifft am Sonntag um 13 Uhr mit dem NBBL-Team der Veolia Towers auf Gießen. Wenigstens gibt es keine Personalsorgen – auch Niklas Krause wird in Leverkusen auflaufen, obwohl ihm die vor vier Wochen erlittene Verletzung im Knöchel „immer noch Schmerzen bereitet“.

Bericht: Johannes Speckner, Foto: (c) Manningeaux
Auf dem Titel-Bild: Camron Reece und Linus Hoffmann

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Die letzten Duelle:

22. Dezember 2024: SC Rist Wedel – Bayer Giants Leverkusen 63:64

21. Januar 2024: SC Rist Wedel – Bayer Giants Leverkusen 57:75
9. Dezember 2023: Bayer Giants Leverkusen – SC Rist Wedel 73:78

4. Dezember 2011: Bayer Giants Leverkusen – SC Rist Wedel 85:81
25. September 2011: SC Rist Wedel – Bayer Giants Leverkusen 76:60

12. Februar 2011: Bayer Giants Leverkusen – SC Rist Wedel 85:62
21. November 2010: SC Rist Wedel – Bayer Giants Leverkusen 82:73

27. März 2010: SC Rist Wedel – Bayer Giants Leverkusen 73:87
5. Dezember 2009: Bayer Giants Leverkusen – SC Rist Wedel 80:83