Trotz langer Führung: Niederlage in Leverkusen

Trotz eines super Starts und langer Führung hat es in Leverkusen nicht für den Sieg gereicht. Aber der Wille, die Playoffs zu erreichen it groß! Linus Hoffmann, Niki Krause, Camron Reece, Jeremia Agyepong und Alfa Alegbe (von links nach rechts) gehörten

Trotz langer Führung: Niederlage in Leverkusen

31. 03. 2025

Gut gelaunt saß Hamed Attarbashi am Sonntagabend im Bus, der seine Spieler des SC Rist Wedel und ihn aus Leverkusen zurück in den hohen Norden brachte. Im Gepäck hatten sie zwar keine Punkte, aber zuvor den Bayer Giants Leverkusen „hervorragend Paroli geboten“, betonte Attarbashi. Dass es beim Spitzenreiter der 2. Bundesliga ProB Nord trotzdem eine 61:69 (36:28)-Niederlage setzte, begründete der Coach damit, dass seine Schützlinge „am Ende gegen einen sehr gut verteidigenden Gegner in der Offensive etwas den Kopf verloren“ hätten.

Nicht nur den Rheinländern, die schon vor dem drittletzten Spiel der regulären Saison den ersten Platz zum Hauptrunden-Abschluss sicher hatten, sondern auch den Wedelern gebührte ein großes Lob für ihre Abwehrarbeit. „Wir haben sehr intensiv gespielt, hervorragend verteidigt und einem wirklich starken Gegner damit das Leben richtig schwer gemacht“, stellte Attarbashi zufrieden fest. Angesichts der Tatsache, dass die Leverkusener 27 Mal zum Freiwurf antreten konnten – 18 ihrer Versuche verwandelten sie –, nannte es Attarbashi einen „sensationellen Wert, dass wir sie trotzdem unter 70 Punkten halten konnten“.

Von den statistischen Werten, dass die Bayer Giants ihre bisherigen elf Saison-Heimspiele und insgesamt ihre letzten 13 Aufgaben allesamt gewonnen hatten, ließen sich die Rister Akteure keinesfalls beeindrucken. Schon in der Anfangsphase zeigten sie, dass sie nicht nur in die Ostermann-Arena (ehemals Wilhelm-Dopatka-Halle) gekommen waren, um den Leverkusenern zu gratulieren. Sie gingen mit sage und schreibe 10:0 (!) in Führung, ehe die Hausherren nach knapp dreieinhalb Minuten mit ihrem fünften Wurf auch erstmals etwas Zählbares verbuchten (2:10).

Dieser Wedeler Vorsprung schmolz zwar zwischenzeitlich mehrmals auf einen Punkt zusammen, aber es gelang den „Riesen vom Rhein“ 30 Minuten lang nicht, auszugleichen oder selbst in Führung zu gehen. Mit einer sehr beweglichen und aggressiven Abwehr ließen die Gäste dem Tabellenführer kaum Luft zum Atmen und Attarbashi frohlockte: „Wir haben als Mannschaft stark verteidigt, uns aber auch taktisch individuell auf einem hohen Niveau bewegt.“ Ein Sonderlob heimsten hierfür Jayden Fatnassi, Nelson Martin und Mika Tangermann ein: „Das, was wir in der Abwehr spielen wollten, war nicht einfach – aber sie haben es hervorragend umgesetzt“, so Attarbashi.

Kurz vor der Halbzeitpause betrug der Vorsprung der Wedeler zwischenzeitlich sogar zwölf Punkte (33:21/18. Minute), ehe die Partie im letzten Viertel kippte: Nach 31 Zeigerumdrehungen lagen beim 46:45 erstmals die Leverkusener vorne. „Da hat uns in der entscheidenden Phase die nötige Abgeklärtheit gefehlt“, befand Attarbashi. Hier wären in erster Linie die Führungsspieler gefordert gewesen, mit ihrer Erfahrung für Ruhe in den eigenen Reihen zu sorgen. „Wir waren leider nicht über 40 Minuten konstant genug“, so Attarbashi, der hierfür aber „definitiv niemandem einen Vorwurf machen“ wollte.

Dass es den Wedelern überhaupt gelang, das Geschehen bis in die letzte Spielminute hinein offen zu halten, war aller Ehren wert. „In den beiden Duellen mit Leverkusen haben wir schätzungsweise 70 von 80 Minuten geführt“, sagte Attarbashi in Erinnerung an das Hinspiel, das zwei Tage vor Heiligabend in letzter Sekunde mit 63:64 verloren gegangen war. Somit bekamen die Wedeler zwar keine Punkte gegen den Titel- und Aufstiegsanwärter, wohl aber viel Lob in der Ostermann-Halle: „Uns wurde von vielen Seiten zu unserem couragierten Auftritt gratuliert“, berichtete der Trainer.

Positiv: Weil zeitgleich auch die EN Baskets Schwelm verloren (70:77 bei der BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 06), bleiben die Wedeler trotz ihrer vierten Niederlage in Folge als Rang-Achter soeben noch auf einem Play-Off-Platz. „Ganz ehrlich, das wusste ich bisher noch gar nicht“, entgegnete Attarbashi, als er hierauf während der Heimfahrt  angesprochen wurde. Der Tabellenstand nach dem drittletzten Spieltag und der Umstand, dass die Rister im Kampf um ein Play-Off-Ticket weiterhin alles in der eigenen Hand haben, dürfte seine Laune aber noch weiter verbessert haben.

Nun müssen unbedingt zwei Siege her, um sicher in die Playoffs zu kommen! Dazu brauchen wir euch, liebe Rist-Family! Kommt am Sonntag in die Halle, es ist das LETZTE HEIMSPIEL DER VORRUNDE! Das wird ein spannender Spieltag gegen die Gartenzaun24 Baskets Padernborn! Das starke Spiel gegen Leverkusen hat gezeigt, was drin ist!!  Kommt in die Halle, es geht um alles! 

STATISTIK: Krause (13 Punkte), Reece (12), Martin (8), Alegbe (7), Agyepong (5), Tangermann (5), Sredojevic (4), Hoffmann (4), Fatnassi (3).
Viertel-Ergebnisse: 14:15, 14:18, 16:9, 25:16.

Text: Johannes Speckner, Foto (c) Manningeaux
Auf dem Titel-Bild: Jayden Fatnassi