03. 04. 2025
Obwohl er kein Mathematik-Lehrer ist, sondern sein Staatsexamen in den Fächern Sport und Religion erwarb, ist Hamed Attarbashi dazu bereit, ein Rechenexempel einzugehen: „Ich habe schon vor zwei Wochen gesagt: Wenn wir eines unserer letzten vier Spiele gewinnen, dann erreichen wir die Play-Offs.“ Die ersten beiden der auf diese Aussage folgenden Partien verlor sein SC Rist Wedel, wobei sowohl gegen den Tabellen-Zweiten SBB Baskets Wolmirstedt (78:80 nach Verlängerung) als auch am vergangenen Sonntag beim Spitzenreiter Bayer Giants Leverkusen (61:69 nach langer Führung) ein Überraschungssieg im Bereich des Möglichen gewesen wäre.
Im dritten Spiel nach Attarbashis Aussage, das zugleich in der regulären Saison 2024/2025 der vorletzte Auftritt und der letzte daheim ist, geht es nun am Sonntag, 6. April, gegen den Rang-Dritten Gartenzaun24 Baskets Paderborn (17 Uhr/Steinberghalle). Die Ostwestfalen hatten im Vorjahr knapp den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga ProA verpasst und peilen nun den sofortigen Wiederaufstieg an. Nach einem durchwachsenen Saisonstart – drei der ersten sechs Auftritte gingen verloren – kamen sie immer besser in Schwung. Am vergangenen Sonnabend feierten sie beim 86:67 (45:38) gegen die Essen Miners ihren vierten Sieg in Folge, durch den bereits sicher ist, dass sie die reguläre Saison als Rang-Dritter der Nord-Staffel beenden.
Wo die Wedeler am Ende stehen, ist dagegen noch komplett offen: Da sie sowohl gegen die BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 06 als auch gegen die Iserlohn Kangaroos den Direktvergleich gewannen, könnten sie im optimalen Fall – zwei eigene Siege sowie zwei Niederlagen der beiden genannten Teams – sogar noch Vierter werden, was ihnen im Play-Off-Achtelfinale in einem möglichen dritten, entscheidenden Spiel das Heimrecht bescheren würde. Wahrscheinlicher ist aber eine Platzierung zwischen dem fünften und dem achten Rang.
Der achte Platz könnte bereits am Sonntag mit einem Sieg gesichert werden, sollten tags zuvor die Berlin Braves (in Wolmirstedt) und die EN Baskets Schwelm (gegen Leverkusen) verlieren. In jeder anderen Konstellation steht für die Rister erst nach ihrem letzten regulären Saisonspiel (am Sonnabend, 12. April, um 18.30 Uhr beim SSV Lokomotive Bernau) fest, ob sie die Play-Offs erreichen. Im schlechtesten Fall misslingt dieses Unterfangen, da ihnen den Wedelern die punktgleichen Schwelmer – gegen die sie den Direktvergleich ebenfalls gewannen – sowie die nach einem Punktabzug einen Zähler dahinter lauernden Berlin Braves im Nacken sitzen.
Sorgen, dass seine seit dem 17. Spieltag auf einem Play-Off-Platz liegenden Schützlinge auf einmal „Angst“ bekommen könnten, etwas Erreichtes verspielen zu können, macht sich Attarbashi nicht: „Wichtig war, dass wir den Klassenerhalt so zeitig wie möglich sichern. Das haben wir geschafft und alles, was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe.“ Natürlich würden seine Spieler und er „sehr gerne die Play-Offs erreichen“, ergänzte der Rister Coach, um zugleich klarzustellen: „Wir haben dabei aber nichts zu verlieren, sondern können nur gewinnen – vor allem an Erfahrungen, die gerade für unsere jungen Spieler unglaublich wertvoll sind.“
Als junger Trainer – im Alter von 27 Jahren, um genau zu sein – hatte Attarbashi seine Geburtsstadt Hamburg, in der er im Jugendbereich beim TSV Sasel, bei der TSG Bergedorf sowie beim BC Hamburg gearbeitet hatte – verlassen und im Sommer 2004 bei den Paderborn Baskets das Amt des Jugendkoordinators übernommen. „Natürlich ist und bleibt Paderborn deshalb ein besonderer Verein für mich“, so Attarbashi. Nicht nur aufgrund der zahlreichen Erfolge im Nachwuchsbereich, an denen er beteiligt war, denkt der Coach gerne an seine drei Jahre an der Pader zurück: „Meine Frau und ich hatten dort eine wirklich schöne Zeit.“ Die meisten der heutigen Verantwortlichen der Paderborn Baskets würde er „gut kennen“, aber am Sonntag die Freundschaft „natürlich für 40 Minuten ruhen“, ergänzte der 48-Jährige.
Nachdem die Grün-Gelben in Leverkusen komplett ohne ihre Doppellizenzspieler auskommen mussten – und dem feststehenden Hauptrunden-Ersten trotzdem fast ein Bein gestellt hätten –, können Fabian Giessmann, Jared Grey und Leif Möller am Sonntag möglicherweise wieder mitwirken. Denn der Rister Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg empfängt in der 1. Bundesliga die MLP Academics Heidelberg bereits tags zuvor um 20 Uhr in der Inselpark-Arena. „Ob sie uns zur Verfügung stehen, wissen wir aber erst nach dem Towers-Spiel“, so Attarbashi, dessen personelle Überlegungen damit aktuell noch eine Gleichung mit mehreren Unbekannten sind.
SAISONFINALE! Kommt in die Halle! Wir brauchen euch bei unserem letzten, wichtigen Heimspile im Kampf um die Playoff-Plätze!
Seid dabei und seid laut! Und wir haben einen Doppelspieltag: Die WNBL spielt um 13:00 Uhr im Playoff-Viertelfinale-Hinspiel gegen ALBA Berlin!
Auch die Risterinnen brauchen Support! Seid dabei!
Text: Johannes Speckner Fotos: (c) Manningaux
Auf dem Titel-Bild: Nelson Martin, Leif Möller, Linus Hoffmann und Fabian Giessmann.
Die letzten Duelle:
9. November 2024: Baskets Paderborn – SC Rist Wedel 90:65
5. November 2008: SC Rist Wedel – Paderborn Baskets 65:98 (BBL-Pokal)